
[…] Sagte nur, Boon sei außerordentlich begierig, ein Exemplar zu erhalten. Kann mir nicht denken, wieso; dem Titel nach kann es sich doch nur um ein harmloses Gartenhandbuch handeln… *
(Stephen King · "Jerusalem´s Lot")
Rückblick auf meine Ausstellung Lichte Saat 2016
(veröffentlicht zum Jahresende 2017)
Beinahe zwei Jahre nachdem schon alles vorbei ist, über eine Ausstellung zu schreiben, ist naturgemäß eine Verrücktheit.
Meine Ausstellung Lichte Saat lief vom 10. bis zum 19. März 2016 in der Galerie im 1. Stock in Mödling – die Vernissage fand am 9. März statt, und während ich diesen Text fertig schreibe und veröffentliche schreiben wir Dezember 2017. Die Eindrücke, die ich bei der Ausstellung gewonnen habe, waren so umfassend, dass es mir lange Zeit einfach nicht gelingen wollte, einen einigermaßen lesbaren Bericht zu schreiben.
Dann habe ich mir eine Passage aus Hilde Spiels zweibändiger Autobiographie zu Eigen gemacht.
Demnach besteht das Geheimnis des Schreibens im Weglassen. Das probiere ich jetzt aus…
Das Grundkonzept meiner Ausstellung findest du hier: www.mystikimalltag.info/lichtesaat.html.
Weitgehend alle Bilder der Ausstellung findest du hier: www.mystikimalltag.info/lichtesaat-allebilder.html
Im folgenden Text geht es um meine konkreten Erfahrungen mit der Galerie und mit den AusstellungsbesucherInnen.
Damit es nicht zu langweilig wird, endet der Text im zweiten Abschnitt mit einem Essay über Gott und die Welt, über Georgia O´Keeffe und Robert Beavers und darüber wie ich meinen ganz persönlichen Elvis- Moment erlebt habe.
Die Galerie im ersten Stock in Mödling wird von Christa Klinger betrieben – die auch Malerin ist.
Zum Jahresausklang 2017 stellt Jerson Jimenez seine großformatigen Portraits bei Christa Klinger aus.
Ich kann jedem nur empfehlen, sich Jimenez´ Bilder anzuschauen.
An artist has to have some reality-check.**
(Mary McCarthy · "A Charmed Life")
Seit ungefähr 2012 hatte ich – neben anderen Galerien – auch die Galerie im ersten Stock immer mal wieder besucht, weil mir die Arbeiten der ausstellenden KünstlerInnen und das Konzept der Galerie gefallen haben.
Die Vernissage der Ausstellung Durchbruch der Sinne der Gruppe Kunst-Jetzt (web: www.kunst-jetzt.at) im Sommer 2015 war der Auslöser für mich, mich endlich bei Christa Klinger um einen Termin für eine Ausstellung zu bewerben und es klappte. Durchbruch der Sinne war eine Ausstellung, die mich erfrischt und inspiriert hat. Deshalb zeige ich an dieser Stelle eines der Fotos, die ich auf der Finissage gemacht habe.
Vielen Dank an Christa Klinger dafür, dass sie das Aufgehen der Lichten Saat möglich gemacht hat.
"Wenn alles Leben – Mensch, Tier und Pflanze – von derselben Energie getrieben wird – so ist alles Leben in ständiger Bewegung – ein Daseinszustand geht in den Nächsten über – eine ununterbrochene Kette – am besten kann man diese ständigen Übergänge in der Pflanze beobachten:[…]
so werde ich im Idealfall wahrnehmen, wie die Blüten sich ständig – […] – zum Leben hin – bewegen und sich in kleinsten Schritten verändern
(Öffnen und Schließen). […]"
Das Zitat aus meinem Text Lichte Saat neben der Abbildung meines Gemäldes "Bewegung" beschreibt die wichtigste Idee, die meinen Blumen- und Pflanzenbildern zugrunde liegt.
Für die Einladungen zu Lichte Saat schwebte mir ursprünglich das Bild "Bewegung" vor, weil es von meinen bisher gemalten Ölbildern meine Idee von Wachstum am besten darstellt.
Christa Klinger Klinger favorisierte jedoch das schließlich ausgewählte Bild "Maria Callas", das die zweite Grundidee meines Ausstellungskonzepts – eine Referenz an Henri Rousseau – vermittelt. Christa Klinger meinte dazu, meine Idee vom Darstellen des Wachsens der Pflanze werde kein Mensch verstehen, und daher würde auch kein Mensch das Bild "Bewegung" verstehen.
[…] but most of the masters were simpletons, like Monet or had a screw loose somewhere. […]
Your typical genius, of today, was some modest little goof, […] **
(Mary McCarthy · "A Charmed Life")
Ich glaube immer noch, dass mein Ansatz der Darstellung von Wachstum und Lebendigsein einer Pflanze dem Publikum vermittelbar ist.
Die Futuristen haben in Ihren Bildern den Anspruch erhoben, motorische Bewegungsabläufe von Mensch und Maschine in jeweils einem Bild festhalten zu wollen. Das wurde auch verstanden.
Ich habe versucht in Bezug auf das Pflanzenleben dasselbe zu erreichen.
Der ideelle Hauptunterschied zwischen mir und den Futuristen besteht darin, dass die Futuristen in ihren Bildern den Tod und die Technik anbeten und ich in meinen Blüten- und Wildnis-bildern die Natur und das Leben feiern möchte.
Daraus ergeben sich dann auch eine andere Maltechnik und ein anderer Stil.
Mit der Präzision eines Zauberers, der ein Kaninchen nach dem anderen aus seinem Hut zieht, holte Suschin einen Schwanz nach dem anderen aus seiner Aktentasche. ***
(aus: Wladimir Kaminer · "Das Leben ist (k)eine Kunst"
"Der Goldgräber Suschin und die Kulturwissenschafter")
Obwohl "Maria Callas" das Bild auf den Einladungskarten war, wählte ich für den Eingangsbereich das Bild "Hallo!" aus,
die Wiedergabe einer aufs Bombastische vergrößerten fleischfressenden Pflanze im Format 80 x 80 cm.
Wenn Christa Klinger gemeinsam mit der ausstellenden KünstlerIn die Hängung vornimmt, wählt sie in der Regel für den Eingangsbereich immer das Bild auf den Einladungskarten aus – "Maria Callas" ist aber nur 34 x 40 cm groß, und ich wollte für den Vorraum ein größeres Bild als Blickfang.
Christa Klinger sprach von den Ideen in meinem Text Lichte Saat von Anfang an der Rousseau- Gedanke am meisten an.
Sie favorisierte daher auch die Bilder die Wildnisse, wie sie sie nennt, darstellen - besonders das Bild "Wald".
Meine Haiku- Zeichnungen nennt sie Fundstücke auf Fundstücken, was mir sehr gut gefällt.
Die Eröffnung
Meine größte Angst unmittelbar vor der Eröffnung am 9. März 2016 war, dass überhaupt niemand kommen würde.
Christa Klinger hat einen Teil – den Großteil der Einladungen – an Freunde der Galerie, KünstlerkollegInnen und andere interessierte Menschen verschickt.
Ich versendete den Rest der Einladungen an Menschen, die ich persönlich kannte.
Er lag auf einem Teller wie eine Wurst, mit einer Gurke und einem Stück Brot serviert.
"Aha!", sagten meine Frau und ich gleichzeitig.
***
(aus: Wladimir Kaminer · "Das Leben ist (k)eine Kunst"
"Der Goldgräber Suschin und die Kulturwissenschafter")
Ich danke allen Menschen, die ich persönlich eingeladen habe und von denen eine auch ein Bild gekauft hat, dass sie meinen Einladungen gefolgt sind.
Ich hoffe, sie wissen bereits, dass mir ihr Kommen viel bedeutet hat.
Gekommen sind von Christa Klingers Seite her Mitglieder der Badener Künstlergruppe Kunst Aspekt, angeführt von Egbert Zedtwitz und Ingrid Biberschick und einigen KünstlerInnen der Gruppe, die ich vom Sehen aber nicht dem Namen nach kannte.
Egbert Zedtwitz kam mit der Bemerkung herein, er wäre in erster Linie vorbeigekommen, weil er sich unbedingt den neuen Fußboden der Galerie ansehen wollte - letzterer war tatsächlich kurz vor meiner Ausstellung neu verlegt worden - und ich dachte mir im Stillen: "Na das fängt ja gut an."
Dann kamen – von Christa Klingers Seite – noch ganz allgemein Kunstinteressierte, die selbst nicht in Kunst machen, also potentielle KäuferInnen ...
Es kam Brigitte Petry vorbei, eine mit Christa Klinger befreundete Künstlerin, die ungefähr zur gleichen Zeit wie ich in Mödling – äußerst erfolgreich in der Sala Terrena - ausgestellt hat.
Schließlich auch Eva Tuma von der Gruppe Art23, die ich zuvor noch nie auf einer von Christa Klingers Ausstellungen gesehen hatte – sie malt sehr gute Aquarelle – vor allem Landschaften, macht das aber eher zum Zeitvertreib.
"But stiff back
Or stiff knees
You stand straight at - Tiffany´s!"
("Diamonds are a girl´s best friends!" ·
Marilyn Monroe)
Zu jeder Ausstellungseröffnung jeder Galerie kann potentiell jeder kommen – auch Nichteingeladene.
Schließlich: die Türen sind offen – man will ja, dass die Leute hereinkommen.
Vier ungewöhnliche Gäste sind auf meiner Vernissage erschienen – die anscheinend weder mir noch Christa Klinger bekannt waren, und ich weiß bis heute nicht, wer sie waren.
Und ich würde es immer noch gerne wissen...
Eine kleine, weißhaarige Dame in schwarz mit kurzen Haaren und ihr etwas jüngerer Begleiter, der aber bis zum Schluss kein Wort sagte waren zwei von diesen unerwarteten Gästen.
Die Frau mit den weißen Haaren, die ich im Folgenden als meinen Fan bezeichnen möchte, schien in sinnliche Verzückungen zu verfallen angesichts meiner weißen Serie, wie ich sie nennen möchte – das waren die Bilder "Lourdes Maria (Ciccone)", "dunkles Weiß" und "Tiffany". Besonders die vermeintliche Sinnlichkeit von "Tiffany" faszinierte sie...
Und so kam ich zu meinem ersten Elvis Moment.
I believed in you
Like Elvis Presley
Singing live from Las Vegas ****
(Eurythmics)
Kürzlich fand ich ein Foto vom jungen Elvis auf dem ihn mehrere junge Mädchen überfallen und ihm die Kleider vom Leibe zu reißen versuchen.
Eine Blondine im Vordergrund des Bildes greift besonders beherzt zu.
Elvis macht auf dem Bild ein Gesicht als wäre er Rose McGowan, die gerade von Harvey Weinstein belästigt wird.
Auch mein Fan griff äußerst beherzt zu, hängte sich mit beiden Armen an mich, sah mir ganz tief in die Augen und sagte:
"Ihre Bilder sind so zärtlich, sind Sie auch so zärtlich?"
Just im gleichen Augenblick kam Egbert Zedtwitz in den Raum und warf uns einen irritierten Blick zu.
I believe in the man in the sky *****
(Elvis)
Damit komme ich zum dritten Aspekt meiner Blütenbilder, den ich im Text Lichte Saat nicht erwähnt habe, den ich aber in der gemeinsamen Eröffnungsansprache von Christa Klinger und mir angesprochen habe, zu ihrer Überraschung und keineswegs zu ihrer Freude.
Gott und die Welt
and Georgia on my mind
Fünf Bilder meiner Ausstellung Lichte Saat sind unmittelbare Referenzen an die Malerin Georgia O´Keeffe – die Bilder "Georgia", "Madonna (Lilie)", "Lourdes Maria (Ciccone)", "Tiffany" und als Abschluss "dunkles Weiß", das zuletzt entstanden ist.
Das ist der dritte und letzte Aspekt meiner Ausstellung Lichte Saat.
Georgia O´Keeffe war eine der prägendsten Künstlerinnen Nordamerikas im 20. Jahrhundert.
Im Kunstforum Wien an der Freyung war eine große Retrospektive von Dezember bis Juli 2017 zu sehen. Bekannt geworden ist sie vor allem durch ihre großformatigen Blütenportraits.
Man darf sie aber auf keinen Fall auf diese Bilder reduzieren.
Es gab im Drama meines Leben bis jetzt drei Akte – im ersten Akt versuchte ich unter anderem zu malen – im zweiten Akt gab ich jede künstlerische Betätigung auf, studierte Architektur und versuchte in diesem Feld Fuß zu fassen und im dritten Akt, in dem ich gerade meine Rolle zu spielen versuche, male ich autobiographische Bilder, die sich auf den ersten Akt beziehen.
Von meinen Blüten- und Pflanzenbildern sind bisher (2017) keine so autobiographisch wie jene mit Georgia O´Keeffe- Bezug.
"Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, Kunst macht sichtbar"******
(Paul Klee)
Eine Malerin, die ich im ersten Akt meines Lebens als eine Art Mentorin wahrgenommen hatte, hat mich - damals - immer wieder dazu gedrängt, mich an den Blütenbildern Georgia O´Keeffes zu orientieren, speziell an ihrem Bild "Black Iris".
Ich habe diese Malerin nach sehr vielen Jahren im September 2015 wiedergetroffen: sie hat mich einfach auf der Straße gesehen und angesprochen, und wir haben ein relativ ausführliches Gespräch geführt. Ich habe sie deshalb zur Ausstellung eingeladen – aber sie ist leider nicht erschienen.
Mein Problem mit Georgia O´Keeffe bestand damals darin, dass zu dieser Zeit nirgendwo Fotos von ihren Bildern aufzutreiben waren.
Bücher über die Malerin waren vergriffen oder im Neudruck. Die Bilder hingen in nordamerikanischen Museen, und das Internet war Mitte der Neunzigerjahre gerade erst im Entstehen.
Ich sollte also einer Malerin nacheifern, deren Bilder ich nie gesehen hatte.
Meine Mentorin verstand mein Problem nicht, beharrte darauf, Vorlagen müsse es geben, sie hatte selber aber auch keine parat – und gab mir dann einfach die folgende Gebrauchsanweisung:
Ich sollte auf großen Bildformaten die gemalten Blüten auf Überlebensgröße aufblasen und den Fruchtknoten betonen, denn dieser stünde für das weibliche Genital (sic!)
Als ich im dritten Akt - um 2012 herum - wieder zu malen anfing, waren Abbildungen von Georgia O´Keeffe´s Bildern – sowohl in Büchern als auch im Internet - überall verfügbar. In meiner darauf folgenden Auseinandersetzung mit dem Werk der Malerin stellte ich vollkommen überrascht fest:
Die meisten Blumenportraits von Georgia O´Keeffe zeigen einfach nur Blumen!
So wie eine Rose einfach nur eine Rose und eine Rose und eine Rose ist.
Ich habe mir in meiner ernsthaften – sogar angestrengten Auseinandersetzung mit Georgia aber drei Späße erlaubt:
Zum einen tragen alle meine Blütenportraits Frauennamen.
Dann stellte ich neben Blütenportraits auch kleine Bienen- Zeichnungen aus; (meine sogenannten "Haikus")
Zum dritten zeigt "Tiffany" eine Orchidee mit stark betontem und - fleischfarbenen - Fruchtknoten.
In Wirklichkeit war der Fruchtknoten nämlich gelb!

"Ich habe Blumen gepflückt, wo ich welche fand – habe Muscheln gesammelt, Steine und Holzstückchen, wo es Muscheln, Steine und Holzstücke gab, die mir gefielen… Als ich die schönen weißen Knochen in der Wüste liegen sah, hob ich sie auf und nahm sie mit nach Hause…"
"Ich habe mit diesen Dingen zum Ausdruck bringen wollen, was für mich Weite ist und das Wunder der Welt, in der ich lebe."
(Georgia O´Keeffe)
Georgia O´Keeffe hat in ihren Blütenbildern die Absicht verfolgt, kleine Dinge in der Natur, die sonst niemand bemerken würde, ganz groß herauszubringen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Eine ähnliche Vorgangsweise das Unscheinbare bewusst zu machen, entdeckte ich kürzlich auch in den Filmen Robert Beavers, als ich am 8. und 9. März 2017 genau ein Jahr nach meiner Ausstellung zum zweiten Mal eine Beavers - Retrospektive im Filmuseum in Wien besuchte (www.filmmuseum.at).
In seinen Filmen, zum Beispiel in "Pitcher of the Morning Light" werden in Momentaufnahmen unscheinbare Dinge, die wir sonst nie beachten würden in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit gerückt – oft auch kleine Blüten – winzig im Alltag – überlebensgroß auf der Kinoleinwand.
Als an den anwesenden Robert Beavers Fragen gestellt wurden, leitete ein Mann seine als Frage getarnte ausführliche Erklärung des Werkes Robert Beavers mit der Tatsache ein, dass die meisten Leute durchs Leben gehen und schauen und fotografieren und glauben, sie sähen etwas, doch in Wirklichkeit sehen sie absolut nichts.
Besonders gut – so der Fragende - könnte man das in Kunstausstellungen sehen. Die Leute gingen von Bild zu Bild zu Bild – aber in Wirklichkeit würden sie nichts sehen, nichts aufnehmen, nichts verstehen.
Beavers würde mit seinen Filmen die Menschen dazu bringen zu sehen. Das kann ich bestätigen.
Schaut die Lilien auf dem Felde:
Wie sie wachsen […]
(Mt. 6, 19-34)
Auf ein Wiedersehen
Aus der Lichten Saat im März 2016 ergab sich eine Folgeausstellung im f23 in Wien vom 16. – 18. September 2016.
Eva Tuma hat sich damals von mir verabschiedet mit den Worten: "Hören Sie nicht auf!"
(…zu malen – um ihre Worte sinnloserweise zu ergänzen)
Tu´ ich auch nicht, versprochen!
Wir haben dann noch etwas Smalltalk gemacht, ein Wort ergab das andere, und ich lernte bald darauf die Mitglieder der Künstlergruppe art23 kennen, die mir dann die Möglichkeit gegeben haben als Gast bei ihrer Jahresausstellung – natürlich eine Gemeinschaftsausstellung aller Mitglieder – auch meine Bilder zu zeigen.
Nachträglich danke an Eva Tuma, dass sie mir da eine Brücke gebaut hat.
Link zum Erfahrungsbericht über meine Folgeausstellung im f23 im September 2016
Though a sparrow is all I may be... *****
...
Am Ende meines Erfahrungsberichtes noch ein paar Worte über einen Text den Christa Klinger auf kunstimraum.at über meine Lichte Saat veröffentlicht hat.
Christa Klinger hat sich sehr darum bemüht, die Eröffnung und die Ausstellung Lichte Saat zu einem Erfolg zu machen.
Sie war allerdings sehr ehrgeizig und wohlwollend in Bezug auf meine Person und hat dabei vielleicht ein bisschen übertrieben.
Ich hatte den Eindruck, sie wollte mich wahlweise als aktives Mitglied in den Verein KunstAspekt in Baden einschleusen,
oder sogar in den Badener Kunstverein.
Das Problem dabei:
Mit dem was ich bisher als Malerin vorweisen kann, bin ich zu einer Bewerbung bei einer dieser Künstlervereinigungen einfach noch nicht bereit.
Dafür ist es viel zu früh.
Dazu kommt nun der auf kunstimraum.at im Jahr 2016 veröffentlichte Text zu meiner Ausstellung:
Normalerweise erscheint zu den Ausstellungen auf kunstimraum.at kein Begleittext
– wenn aber ein Begleittext erscheint, wird jeder Leser annehmen, er würde vom Künstler/ der Künstlerin selbst stammen.
Das war bei mir aber nicht der Fall!
Vor der Veröffentlichung hatte ich den Text nicht zu sehen bekommen,
und als er dann veröffentlicht wurde, habe ich nur durch Zufall davon erfahren.
Wie soll aber ein Besucher der Website kunstimraum.at das erkennen?
die Antwort: er erkennt es nicht!
Die Mitglieder von KunstAspekt – allen voran Egbert Zedtwitz - müssen ja angenommen haben, ich selbst wäre die Autorin des Begleittextes zur Ausstellung auf kunstimraum.at – hätte eine Art Geniekomplex und wollte mich in ihren Verein gewaltsam hereindrängen.
Denn mir kommt es so vor - wenn ich den Text abgefasst hätte, wäre es - ein relativ arroganter Text.
Wenn du C. Klingers lesen möchtest, an den ich mich immer noch nicht gewöhnt habe, dann gib auf kunstimraum.at im Suchfenster "lichte saat" ein.
Lies dann aber bitte unbedingt auch meinen Text auf mystikimalltag.info/lichtesaat.html zum Vergleich.
Schreibe mir evtl. was du darüber denkst an banklmelanie(at)gmail.com.
Mich interessiert deine Meinung dazu.
Link zum Erfahrungsbericht über meine Folgeausstellung im f23 im September 2016
I´m working on the building
It´s a true foundation
[…]
I´m going up to heaven to get my reward.
*****
(Elvis Presley)
Zwischen 13. und 16. September 2016 habe ich als Gast im f23 gemeinsam mit der Gruppe art23 ausgestellt.
Das f23 ist ein Veranstaltungszentrum in Wien Liesing – eine ehemalige Sargfabrik.
Kunstausstellungen sind nicht der Hauptschwerpunkt – Sie geben auch Theatervorstellungen (damals – 2016 – stand gerade Elfriede Jellinek auf dem Programm) und organisieren diverse Veranstaltungen, z.B. eine Vinyl (also Schallplatten-) börse. Man findet f23 auf facebook.
Dank an dieser Stelle vor allem an Eva Tuma, Walter Markl und Werner Veith.
Die art23 ist zwar ein Amateurkünstlerverein, einige Mitglieder könnte man aber durchaus schon der Profiliga zurechnen, zumindest was die Qualität der Arbeiten betrifft.
Andere Mitglieder sind weniger gut ´drauf, aber ich finde das vollkommen in Ordnung – mir hat zunächst gerade dieser demokratische Ansatz der art23 gefallen, KünstlerInnen in einem Verein zusammenzuführen, die ganz unterschiedliche Lebenshintergründe haben, ganz verschiedene Stilrichtungen vertreten und sich auch in der Qualität ihrer Arbeit voneinander unterscheiden.
Es gibt mehr gute und sehr gute KünstlerInnen bei art23 als die, die ich jetzt kurz erwähne.
Ich nenne diese vier, weil ich mich während der Dauer der Ausstellung mit ihnen unterhalten habe.
Eva Tuma ist eine sehr gute Aquarellistin, hat aber im f23 auch eine großformatige Tuschezeichnung ausgestellt, die mir ziemlich imponiert hat, sowie Pastellzeichnungen, die Jazzmusiker darstellen.
Peter Daurer macht Bilder - ich sage macht – weil er nicht im eigentlichen Sinne malt – sondern eine ganz spezielle Technik verwendet, die ich nicht vollständig verstanden habe - auf einem speziellen Kunststoffmaterial als Trägerplatte, das sich aus seiner Tätigkeit in der Werbung/ Werbearchitektur ergeben hat.
Seine Bilder bestehen aus mehreren übereinanderliegenden Schichten, die jede für sich durch die anderen Schichten hindurch manchmal sichtbar bleiben - manchmal wieder unsichtbar werden. Je nachdem wie das Licht und welche Art Licht - Kunstlicht oder Tageslicht - auf diese Bilder fällt, ändert sich nicht nur die Farbgebung der Bilder, sondern – nach meinem Gefühl - die ganze Komposition.
Hat mir extrem gut gefallen, und ich habe auch einige Fotos gemacht, die aber nicht die Qualität wiedergeben, die die Bilder in der unmittelbaren Anschauung haben.
Er entwirft auch Objekte, Lampen und Möbel.
Sylvia Pseiner macht scheinbar flüchtige Acrylbilder, die aber sehr gut sind. Sie trifft mit wenigen Pinselstrichen das Wesentliche.
Werner Veith arbeitet mit Rost, was ich auch spannend finde.
Für mich war es eine interessante Erfahrung in einer großen Halle – zunächst ohne Unterteilungen – auszustellen, weil ich bisher noch nie unter solchen Bedingungen meine Bilder gezeigt habe.
Damit jedeR KünstlerIn eine Ausstellungsfläche bekam, wurden mit Stellwänden Kojen errichtet.
Das Prinzip ist keine Erfindung der art23. Die Vienna ArtFair in der Messehalle am Wiener Prater macht es genauso. Sie verwenden nur qualitativ hochwertigere Stellwände, weil sie mehr Geld zur Verfügung haben.
Der Fokus meiner Ausstellung lag auf meinen Haiku - Zeichnungen, die Christa Klinger als "Fundstücke auf Fundstücken" bezeichnet hatte, die ich in einer für den Anlass selbst gebauten Vitrine eben wie Fundstücke aufgelegt habe – wie in einem Kuriositätenkabinett z.B. einer holzgetäfelten Bibliothek eines Naturforschers des 18. oder 19. Jahrhunderts; ergänzt durch Zitate (Zen, Haiku- Dichtungen) und kurze Texte, die ich um die Zeichnungen herum – ebenfalls wie Fundstücke angeordnet habe.
Passend zum Begriff der Fundstücke auf Fundstücken habe ich die Haiku- Zeichnungen durch ein echtes Fundstück ergänzt: einen vollständig erhaltenen kleinen Tierschädel, den ich beim Wandern tief drinnen im Wald in einem Graben gefunden habe.
Dazu das großformatige Ölbild Seht die Lilien!.
Ursprünglich wollte ich das Bild - Colonel Parker - ausstellen, bei dem ich eine experimentelle Technik verwendet habe (Leimfarben auf Dach- / Teerpappe),
habe mich dann aber im letzten Augenblick anders entschieden.
Viele Künstler, der art23 haben nicht verstehen können, warum ich die Lilien statt dem wesentlich "flashigeren" "Colonel Parker" aufgehängt habe.
Die Lilien passten thematisch besser in mein Konzept.
Dem Verein art23 beigetreten bin ich aus verschiedenen Überlegungen heraus nicht, obwohl das möglich gewesen wäre – aber ich bereue die Zusammenarbeit mit der art23 auch nicht:
Die Vernissage war sehr gut besucht, und ich bin während der Eröffnung häufig auf meine Bilder angesprochen worden.
Die Veranstaltung selbst war auch sehr gut organisiert – eine relativ gute Band und ein Musicalsänger sind für die Vernissage engagiert worden – und am Wochenende hat eine Buchlesung stattgefunden. Die Leute von der art23 hatten sich also Einiges einfallen lassen.
Dank auch an alle die bei der art23 - Ausstellung im f23 mitgemacht haben, und mit denen ich auf die eine oder andere Art zu tun gehabt habe, und die ich nicht namentlich erwähnt habe.

Bild: "Seht die Lilien (auf dem Felde)"
Öl auf Baumwolle 70 x 100 cm
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Zitate und Quellen:
* Stephen King · "Jerusalem´s Lot" · Erzählung aus dem Band "Brennen muss Salem" · Paul Zsolnay Verlag Wien 2006 dt. von Peter Robert · Seite 647
ISBN 978-3-552-05381-6
** Mary McCarthy · "A Charmed Life" (dt.: "Der Zauberkreis" - vergriffen) · Penguin Books 2167 · reprinted 1967
*** Wladimir Kaminer · "Das Leben ist (k)eine Kunst" · Ut.:"Geschichten von Künstlerpech und Lebenskünstlern" · Manhattan - Goldmann - Verlag, München 2015
ISBN 978-3-442-54730-2
**** Lyrics zum Song "Angel" von den - Eurythmics - aus dem Booklet meiner Schallplatte "We too are one" · 1989 · BMG Records · ISBN 0 035627 425110)
***** Ich habe Fragmente aus dem Gospel "I believe in the man in the sky" - gesungen und arrangiert von Elvis Presley - in diesen Text eingebaut, weil ich das usprünglich 1960 erschienene Elvis- Album "His Hand in Mine" ununterbrochen ´rauf und runter gespielt habe, während ich diesen Text verfasst habe - manchmal habe ich solche Anwandlungen des vollkommenen Wahnsinns.
Ich besitze eine 1996 auf CD erschienene Neuauflage des Originalalbums an, aber wen es interessieren sollte:
hier eine Adresse, wo - fast - alle Elvis - Platten heruntergeladen werden können, die bisher auf RCA erschienen sind:
www.elvisthemusic.com
Das eminent wichtige Elvis - Album - "For The Asking" - ist auf elvisthemusic.com aber unverständlicherweise nicht angeführt.
(zumindest im Jahr 2017 - vielleicht fällt es der Plattenfirma irgendwann auf ... )
****** Das Zitat von Paul Klee wurde einmal in einer Eröffnungsrede zu einer Ausstellung von Bernd Hollemann verwendet - woher der Redner das Zitat hatte weiß ich nicht - aber es ist gut.
****** Zitat von Georgia O´Keeffe auf dem Klappentext von: Jula Dech · "Georgia O´Keeffe - Gemälde" · Verlag Schirmer/Mosel München 2003 · ISBN 978-3-88814-414-1